Kommentar

Pfiffiges Konzept

Markus Grabitz

Es gilt für Tesla wie auch für das junge Augsburger Start-up Quantron: Diese Spezialisten und Pioniere der E-Mobilität haben Vorteile gegenüber den Platzhirschen des Verbrennungsmotoren-Zeitalters. Sie tragen nicht das Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts in ihrem Gepäck. Sie hängen nicht an den Gewinnen, die man dort (noch) mit Kolben, Dieselpumpen und dem Austausch von kaputten Getrieben machen kann. Sie sind, nicht zuletzt mental, frei für die emissionsfreie Zukunft.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: EU hat Quote beschlossen

Ein früher Start ins neue Zeitalter kann von Vorteil sein, wie man bei Tesla sieht. Bei den CO2-freien Antrieben ist die Entwicklung bei den Lastwagen allerdings um Jahre den Pkw hinterher.

Quantron ist früh aus dem Startblock gekommen und verfügt über ein pfiffiges Konzept. Das Start-up fährt zweigleisig: Einerseits will es selbst Hersteller werden – eigene batterieelektrische und Brennstoffzellen-Modelle vom 3,5-Tonner über den Bus bis zum 49-Tonner sind in der Pipeline. Andererseits setzt der Betrieb auf die Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Elektrobetrieb. Die Umrüstung ist umweltpolitisch sinnvoll, weil so die Lastwagenflotte schneller auf CO2-frei umgestellt wird. Nischenfahrzeuge, bei denen die Aufbauten Hunderttausende Euro kosten und vielfach lange Haltefristen haben, können schnell umweltfreundlich unterwegs sein.

Die Verkehrswende bei den Pkw krankt daran, dass sie nur auf den Flottenaustausch über emissionsfreie Neuwagen setzt und den Bestand außer Acht lässt. So wird es Jahrzehnte dauern, bis der letzte Verbrenner verschwinden wird. Im Bereich der Lastwagen besteht die Gelegenheit, aus diesen Fehlern zu lernen. Für Kommunen und Flottenbetreiber von Nutzfahrzeugen ist die Gelegenheit günstig: Das Bundesverkehrsministerium hat einen 1,6-Milliarden-Euro-Fonds aufgelegt, mit dem nicht nur der Kauf von Neufahrzeugen, sondern auch die Umrüstung bezuschusst wird.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Alternative Infrastruktur